Filmreihe zum spanischen Bürgerkrieg im Brotfabrik-Kino
Filmreihe zum spanischen Bürgerkrieg im Brotfabrik-Kino Veröffentlichungsdatum 31. Juli 2026 Datum/Zeit Date(s) - 31/07/2026 Bürgerkrieg und Revolution in Spanien 1936-1939 | Filmreihe zum 90. Jahrestag Der Juli steht im BrotfabrikKINO ganz im Zeichen einer Filmreihe zum 90. Jahrestags des Bürgerkriegs und der Revolution in Spanien. 3 Wochen, 23 Filme, 10 Sonderveranstaltungen, plus einer Ausstellung. Am 18. Juli, vor 90 Jahren, wandte sich Franco per Funkspruch an die Armee und gab damit das Startsignal für den Putsch von Generälen gegen die Republik. Einen Tag später antworteten große Teile der Arbeiterklasse mit einer Sozialen Revolution. Welche historische Bedeutung der Spanische Bürgerkrieg und die einhergehende Revolution haben, lässt sich auch an der Vielzahl der Filme ablesen, die sich mit ihm auseinandersetzen. Und: die Fronten, Konflikte und die verschiedenen Perspektiven auf ihn spiegeln sich auch in ihnen wider. Das BrotfabrikKINO zeigt eine Auswahl davon. Zu sehen sind »Klassiker« wie Ken Loachs »Land and Freedom«, Hans-Magnus Enzensbergers Film über den legendären Buenaventura Durruti oder das Frühwerk des Oscarpreisträgers Pepe Danquart – »Die lange Hoffnung«. Aber auch selten zu sehende Filme wie »Solange du lebst« von Harald Reinl und »Madrid« von Basilio Martín Patino, sowie historische Produktionen aus der Zeit des Bürgerkriegs werden gezeigt. Zudem wird es mit »Außen abgekühlt doch voller Glut im Innern« von Dieter Nelles und Volker Hoffmann eine Premiere geben und Vicente Arandas »Libertarias« wird erstmals mit deutschen Untertiteln zu sehen sein. Bei einer Reihe von Vorführungen werden Filmemacher, Zeitzeugen und Experten anwesen sein. Begleitend sind Teile der Ausstellung »Tragödie der Freiheit – Revolution und Krieg in Spanien 1936-39. Fragmente.« zu sehen.
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Ausstellung: Tragödie der Freiheit – Revolution und Krieg in Spanien 1936 – 39, Fragmente Zeit: 4.9. – 27.9. 2026. Geöffnet jeweils Donnerstag bis Sonntag, 15 bis 20 Uhr Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin, Foyer des Robert-Havemann-Saals, sowie im Hofbereich (Zitat-Installation) Am 17./18. Juli 1936 putschten faschistische und rechtsgerichtete Teile des spanischen Militärs gegen die seit 1931 bestehende Republik. Unter dem Befehl von General Franco begannen diese, zusammen mit Monarchisten und der reaktionären katholischen Kirche, mit umfangreicher militärischer und finanzieller Hilfe der faschistischen Staaten Italien und Deutschland und dem passiven Zuschauen der Weltwirtschaft und der meisten bürgerlichen Regierungen, den so genannten „Spanische Krieg“, als finalem und konterrevolutionärem Akt gegen Republik und Revolution in Spanien. Der Krieg dauerte von 1936 bis 1939 und endete mit einem grausamen, blutigen und militärischen Sieg der spanischen Faschisten. Darauf folgten in Spanien Jahrzehnte der Dunkelheit, der Unterdrückung, der Folter und des Mordes. Nach dem Tod Francos wurde die Diktatur zwar offiziell beendet. Doch statt Aufarbeitung, Anklage und Sühne trat als Doktrin der neuen „demokratischen“ Regierenden in Spanien das Leugnen, Verschweigen und Vergessen. Der Mantel des Schweigens wurde für diesen dunklen Teil der spanischen Geschichte ein wichtiger Bestandteil der so genannten Transition, also der Übergangsphase vom Franquismus zu einer parlamentarischen Monarchie. Und während die DDR sich der Erinnerung an den Spanienkrieg für ihre antifaschistische und staatliche Legitimation bemächtigte, wurden in der BRD die antifaschistischen Spanien-Freiwilligen als „Rotspanienkämpfer“ diffamiert, und die Söldner der „Legion Condor“ dagegen hofiert, mit Rentenzahlungen bedacht und als Vorbild der Bundeswehr tradiert. Anlässlich des 90. Jahrestages zeigen wir die 2016 von einer Ausstellungsgruppe um die Redaktion der Zeitschrift „telegraph“, die Bibliothek der Freien, das Prometheus Antiquariat und von Einzelpersonen erarbeitete Ausstellung. Unterstützt wurde das Entstehen damals wie heute vom Hausverein im Haus der Demokratie und Menschenrechte. Die Ausstellung „Tragödie der Freiheit“ – Revolution und Krieg in Spanien 1936–39. Fragmente. verfolgt nicht das Ziel, die komplexen Ereignisse in Gänze dazustellen, und sie verfolgt auch nicht eine bestimmte Frage oder These. Die Ausstellung ist gedacht als „offene“ Form, die Sichtweisen und Fragmente präsentiert, damit sich die BesucherInnen ein eigenes Bild machen. Ihr Hauptteil besteht aus individuell erarbeiten Einzelaspekten. Vorangestellt ist eine Einführung, die Ereignisse und Tendenzen benennt und in Beziehung setzt, und in manchem auch auf in der Ausstellung nicht weiter Thematisiertes verweist. Ein weiterer Teil, der sich im Hofdurchgang befindet, öffnet mit einer Sammlung von Zitaten einen gedanklichen Raum von Perspektiven und Bewertungen. Geschichte muss immer neu rekonstruiert und angeeignet werden, individuell und kollektiv, wozu auch das Veranstaltungsprogramm beitragen soll.
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Karl Dietz